Archiv der Kategorie: Kompetenzen

Das Ende der Kompetenzmodelle?

Wie jeder Prozess und jedes Instrument darf, soll und muss sich auch das Kompetenzmanagement immer wieder der Frage nach dem Nutzen stellen. Bei der Frage ob Kompetenzmodelle überflüssig sind werden in der Praxis oft zwei Argumente aufgeführt, die durchaus nachvollziehbar sind.

Der „veraltete“ Begriff

Einerseits liegt der Fokus in Firmen vermehrt auf Werten, Orientierungen und Purpose (Zweck), denn auf klassischen Kompetenzbegriffen wie Fach-, Methoden-, Sozialkompetenzen, etc. Dabei sind Kompetenzen per Definition sowieso weit mehr als nur Wissen oder Fähigkeiten.

Definition Kompetenzen

Und daher ist es auch unerheblich, ob man von einem Wertemodell oder Skillbibliothek redet, ob man das Modell an Orientierungen, Rollen oder an Resultaten ausrichtet. Es ist ein strategisches Führungsinstrument, um den notwendigen Abgleich zwischen vorhandenen und zukünftig benötigen Kompetenzen, Skills, Fähigkeiten, Fertigkeiten, aber auch Werten, Normen und Einstellungen proaktiv und vorausschauend in Angriff nehmen zu können. Die Bezeichnung und Nomenklatur ist da völlig zweitrangig.

Die „veralteten“ Inhalte

Andererseits sind Kompetenzmodelle oft nicht mehr aktuell, überholt und (leider) auch oft eine Ansammlung von austauschbaren Wörtern. In Zeiten von Selbstorganisation, Employability, Intrapreneurship ist es z.B. nicht mehr zeitgemäss Entscheidungsfähigkeit als Kompetenz für Führungskräfte aufzuführen. Statt Veränderungsbereitschaft als passive Fähigkeit sollte in einem Modell nicht Selbstverantwortliches Lernen definiert, gefordert und gelebt werden? Und statt (passivem) unternehmerischem Denken das (aktive) Organisation mitentwickeln als Kompetenz verankern, und zwar im Sinne des individuellen Unternehmens. Ein Kompetenzmodell sollte alle 5-7 Jahre grundlegend geprüft, überarbeitet und die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden. Und viele der momentan verwendeten Kompetenzmodelle befinden sich genau an diesem Zeitpunkt.

Funktion als Orientierungsrahmen

Sind Kompetenzmodelle also noch zeitgemäss? Ja natürlich, z.B. im Sinne des anstehenden, notwendigen Skillshift sogar unbedingt. Es braucht Orientierungs- und Ordnungsrahmen für das Unternehmen.

Sinn und Zweck Kompetenzmanagement

Die grundlegenden Dinge müssen aber gewährleistet sein, man darf sich nicht mit der Bezeichnung einengen lassen und es muss tragfähig, zukunftsorientiert und interdisziplinär sein. Das Kompetenz-Management ist eine strategische Führungskomponente, aber das funktioniert nur, wenn die operative Ausgestaltung mit den Anforderungen Schritt hält.

Sie möchten oder müssen Ihr „Instrument“ auch den neusten Anforderungen, Herausforderungen, Trends, Chancen und Rahmenbedingungen anpassen, kontaktieren Sie mich doch. Gerne auch einfach für einen unverbindlichen Austausch.

Beste Grüsse
Andreas Mollet

PS: Hier ein älterer Artikel, der sich mit dem magischen 6-Eck befasst. Immer noch aktuell, wenn es darum geht, was es braucht, damit ein intersubjektive Modell den gewünschten Erfolg bringt. Oder Sie stöbern einfach im Archiv und damit Sie auch in Zukunft nichts verpassen, folgen oder vernetzen Sie sich doch mit mir.

Wie werden Kompetenzen gemessen?

Um zu messen, braucht es Orientierung

1. Kompetenzen definieren

Kompetenzen zu messen ist eine der Schlüsseldisziplinen des Kompetenz-Managements. Dabei wird leider oft vernachlässigt, die Kompetenzen im Voraus klar zu definieren und zu strukturieren. So gilt es, die erforderlichen Kompetenzen klar, trennscharf und eindeutig festzulegen, damit die spätere Messung auch die tatsächlich gewünschten Aspekte beinhaltet. Eine allgemeingültige Kompetenzmessung entspricht in etwa der Aussagekraft eines ausführlichen Horoskops, welches meistens positiv klingt und zu grossen Teilen der Realität angepasst werden kann. Vernachlässigt werden dabei aber genau jene Facetten der Kompetenzen, die für das Unternehmen entscheidend und nachhaltig erfolgswirksam sind. Also genau die, welche das Unternehmen im Markt von der Masse abhebt. Der grösste gemeinsame Nenner ist somit eine gefährliche Gratwanderung in der Gleichmachung der individuellen Stärken / Schwächen der Unternehmen und Mitarbeitenden. Doch gerade die Ecken und Kanten sind es, die den Unterschied ausmachen. Wie werden Kompetenzen gemessen? weiterlesen

Eigenschaften von Kompetenzen

(Miss-)Verständnisse in der Praxis

Auch wenn viele Dinge im Kompetenz-Management für das Verständnis von Personen, Organisationen oder Unternehmen individuell sind, gibt es fünf wichtige grundlegende Eigenschaften.

1. Kompetenzen sind nicht normiert

Es gibt keine allgemeingültigen Kompetenzbegriffe und -inhalte. Jedes Instrument, jedes Unternehmen und jedes Kompetenz-Management-System hat seine individuellen Bezeichnungen, Inhalte und Indikatoren für einzelne Kompetenzen. Ohne klare Definition wird der persönlichen Interpretation Spielraum gelassen. Dies ist besonders gefährlich, da selbst innerhalb eines Unternehmens oder eines Teams die gleichen Begriffe nicht identisch belegt sind. Missverständnisse sind gewiss.

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Der Begriff Kompetenz

»Schönheit kann Kompetenz nicht kompensieren. Schönheit ist vergänglich, Kompetenz aber nicht.«
Christian Egner

Der Begriff Kom|pe|tenz

Lateinisch competentia = Zusammentreffen

Bevor wir uns eingehender mit Kompetenzen und dem Kompetenz-Management beschäftigen, widmen wir uns zuerst dem zentralen Begriff selbst. Eine etwas ausführlichere Definition rührt vom lateinischen Begriff «competere » her, was soviel wie «zusammentreffen », «ausreichen», «zu etwas fähig sein» oder auch «zustehen» und «zukommen» bedeuten kann. Doch was trifft zusammen, zu was ist man fähig und was steht einem zu? Der Begriff Kompetenz ist wie so Vieles im Kompetenz- Management nicht eindeutig definiert oder normiert, sondern wird im Gegensatz sogar für unterschiedlichste Bereiche verwendet. In der Biologie ist es beispielsweise die Fähigkeit, ausserhalb der Zelle vorliegende DNA aufzunehmen.

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