Archiv der Kategorie: Aus der Praxis

Individuelle Kompetenzmodelle: Stolpersteine und Methodik

Leider treffe ich in der Praxis immer wieder auf Kompetenzmodelle, welche auch auf den 2. Blick ziemlich austauschbar scheinen und keinerlei firmenspezifische Individualität abbilden. Weder an der Struktur, noch an der Formulierung oder der Gruppierung lässt sich das Unternehmen erkennen, obwohl allesamt elementare Aspekte sind, um die Akzeptanz und den Nutzen von Kompetenzmodellen zu gewährleisten bzw. zu erhöhen.

Meist werden die Grundlagen für diese Kompetenzmodelle vom ehemaligen Arbeitgeber „mitgenommen“,  von einem Mitbewerber abgekupfert oder aus einem Lehrbuch kopiert. Dass solche Kompetenzmodelle (und die damit verbundenen Prozesse) es schwierig haben, einen strategischen, nachhaltigen und vor allem nachvollziehbaren Nutzen für das Unternehmen zu generieren, liegt auf der Hand. Ausser man würde natürlich auch gleich die Strategie, die Kultur und die Werte der Ausgangslage mitkopieren. Individuelle Kompetenzmodelle: Stolpersteine und Methodik weiterlesen

Business Driver als strategisches Bindeglied

Meinen Vortrag „Business Driver als strategisches Bindeglied“ konnten Sie an der Personal Swiss 2015 hören. Haben Sie die „Impulsvorträge aus der Praxis: Trends – Herausforderungen – Lösungen im Kompetenz-Management“ verpasst? Kein Problem, hier können Sie den Vortrag auch online anschauen.

Bei Interesse & Fragen können Sie mich jederzeit über das Kontaktformular erreichen.

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Herausforderung Anforderung

Nur wer Start UND Ziel kennt, kann zielorientiert navigieren.

So simpel diese Aussage ist, so gross ist auch im Kompetenz-Management die Herausforderung diese zwei Punkte zu definieren. Während es im Bereich des „Starts“, also der Ist-Aufnahme unzählige Instrumente, Methoden und Verfahren gibt, so ist die Auswahl an funktionierenden Instrumenten und Methoden zur Definition des Ziels (also Anforderungen, Soll, Muss) noch nicht derart ausgereift.

ProfilfrageDer erste Knackpunkt ist der Einbezug der unternehmerischen Strategie. Oftmals spiegeln Anforderungsprofile nicht die in der Zukunft auch nötige Realität ab, sondern basieren auf (zu) vagen Annahmen, was wichtig werden wird, leider meist auch noch beeinflusst von allgemeinen Trends, deren konkreter Einfluss kaum auf die eigene Unternehmung oder gar die Stelle verifiziert wurden. Herausforderung Anforderung weiterlesen

Wichtiger ist nicht gleich richtiger …

Immer wieder erfahre ich in Gesprächen das gleiche interessante Phänomen: Es wird bezweifelt, dass eine normale Selbsteinschätzung objektiv sein kann. Wobei dann meist der Nebensatz folgt, dass man selber – im Gegensatz zu anderen – sehr wohl selber kritisch reflektieren könne.  Deshalb enthält ja das Wort „normal“ auch die Norm, also meist die anderen …

Fremdeinschätzungen hingegen werden per vermeintlicher Definition als objektiver beurteilt, weil es schliesslich einfacher sei, andere unvoreingenommen zu beurteilen als sich selber. Wenn dann noch die verschiedenen Rollen ins Feld geführt werden, so steht am unteren Ende der scheinbaren Objektivität immer der unterstellte Mitarbeitende. Denn schliesslich verfügt dieser gar nicht über die ganzheitliche Sicht, den oder natürlich die Vorgesetzte/n objektiv in der Leistung einschätzen zu können. Das gilt in vermindertem Masse auch für Kollegen, externe Ansprechpartner oder weitere Anspruchsgruppen. Einzig der Vorgesetzte selber hat die umfängliche Sicht für eine transparente, faire und objektive Einschätzung von oben herab. So leider ein noch immer sehr verbreiteter Irrtum.

RTEmagicC_RichtigFalsch_350.jpg„Nichts ist subjektiver als eine Objektivität, die gegen die eigene Subjektivität blind ist.“

Robert D. Lang.

 

 

Fremdeinschätzungen sind aber genauso Subjektiv (bzw. genauso Objektiv) wie Selbsteinschätzungen und zwar unabhängig von der Rolle. Sie alle unterliegen genauso den Gefahren von konstanten Beurteilungsfehlern (Antipathie, Sympathie, Halo- und Benjamin-Effekte, Vorurteile und Stereotypen, etc.). Im Gegensatz zu den Beurteilungen und Einschätzungen von Kollegen, Mitarbeitenden oder auch der Selbsteinschätzung hat aber die Fremdeinschätzung durch die Führungskraft eine zusätzliche Konstante. Die direkte Macht, aber auch die Verantwortung über den Mitarbeitenden differenziert diese Fremdeinschätzung  von den übrigen.

Damit wird (zu Recht) wohl dieser Einschätzung im Alltag ganz einfach mehr Beachtung geschenkt. Wichtiger heisst aber nicht automatisch RICHTIGER. Ein kleiner, wichtiger und richtiger Unterschied :-)

Erfolgsfaktoren für das Kompetenzmodell

Das magische 6-Eck

Unabhängig von den unterschiedlichen Typologien und Perspektiven eines Kompetenzmodells gibt es weitere, entscheidende Merkmale für ein funktionierendes unternehmensspezifisches Kompetenzmodell. Wir sprechen dabei auch gerne vom magischen 6-Eck, obwohl es eigentlich weder magisch ist, noch 6 Ecken hat. Es ist aber auf jeden Fall eine gute Basis um auch das eigene Modell einmal zu kritisch zu hinterfragen.

magisches 6-Eck
Erfolgsfaktor Kompetenzmodell

 

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Stolpersteine im Kompetenz-Management

Man kann, muss aber nicht stolpern

So wertvoll und nutzenstiftend das Kompetenz-Management für Unternehmen und Mitarbeitende sein kann, so anfällig ist es für Stolpersteine, und zwar in den verschiedensten Bereichen. Grundsätzlich gilt es dabei die inhaltlichen Komponenten zu beachten, aber auch die Anwendung und Einführung im Unternehmen.

Stolpersteine

Kompetenzmodellierung

Als Kernstück des Kompetenz-Managements haben potenzielle Fehler oder Schwächen besonders weitreichende Konsequenzen. Ein lückenhaftes, nicht strategiekonformes oder ungenügend ausformuliertes Kompetenzmodell legt die falschen Weichen für das taktische und operative Kompetenz-Management. Stolpersteine im Kompetenz-Management weiterlesen

Abgrenzungen zu anderen Methoden

Der Elektriker braucht keine Giesskanne

Methoden, Tools und Instrumente sind aus dem HRM-Alltag kaum mehr wegzudenken. Umso wichtiger ist es, das Kompetenz-Management bewusst von anderen Methoden zu unterscheiden. Dabei geht es nicht um die Frage, welche Methode die bessere ist, sondern welche Methode für welchen Zweck konzipiert wurde. Damit wird auch sichergestellt, dass schlussendlich die gewünschte Aussagekraft für das definierte Ziel tatsächlich erreicht wird. Eine verbreite Problematik dabei ist aber, dass Anbieter (vor allem aus Marketingsicht) selber keine klare Einordnung vornehmen.

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Wie werden Kompetenzen gemessen?

Um zu messen, braucht es Orientierung

1. Kompetenzen definieren

Kompetenzen zu messen ist eine der Schlüsseldisziplinen des Kompetenz-Managements. Dabei wird leider oft vernachlässigt, die Kompetenzen im Voraus klar zu definieren und zu strukturieren. So gilt es, die erforderlichen Kompetenzen klar, trennscharf und eindeutig festzulegen, damit die spätere Messung auch die tatsächlich gewünschten Aspekte beinhaltet. Eine allgemeingültige Kompetenzmessung entspricht in etwa der Aussagekraft eines ausführlichen Horoskops, welches meistens positiv klingt und zu grossen Teilen der Realität angepasst werden kann. Vernachlässigt werden dabei aber genau jene Facetten der Kompetenzen, die für das Unternehmen entscheidend und nachhaltig erfolgswirksam sind. Also genau die, welche das Unternehmen im Markt von der Masse abhebt. Der grösste gemeinsame Nenner ist somit eine gefährliche Gratwanderung in der Gleichmachung der individuellen Stärken / Schwächen der Unternehmen und Mitarbeitenden. Doch gerade die Ecken und Kanten sind es, die den Unterschied ausmachen. Wie werden Kompetenzen gemessen? weiterlesen

Eigenschaften von Kompetenzen

(Miss-)Verständnisse in der Praxis

Auch wenn viele Dinge im Kompetenz-Management für das Verständnis von Personen, Organisationen oder Unternehmen individuell sind, gibt es fünf wichtige grundlegende Eigenschaften.

1. Kompetenzen sind nicht normiert

Es gibt keine allgemeingültigen Kompetenzbegriffe und -inhalte. Jedes Instrument, jedes Unternehmen und jedes Kompetenz-Management-System hat seine individuellen Bezeichnungen, Inhalte und Indikatoren für einzelne Kompetenzen. Ohne klare Definition wird der persönlichen Interpretation Spielraum gelassen. Dies ist besonders gefährlich, da selbst innerhalb eines Unternehmens oder eines Teams die gleichen Begriffe nicht identisch belegt sind. Missverständnisse sind gewiss.

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Begriffswirrwarr

Verstehen wir uns eigentlich?

Als relativ moderner Ansatz konnte das Kompetenz-Management noch nicht soweit vereinheitlicht werden, dass die Begrifflichkeiten klar definiert wären. Nachfolgend einige wichtige Begriffe im Kompetenz-Management.

Kompetenz
Skills, Fähigkeiten, Anforderungen
Einerseits die für ein erfolgreiches Handeln vom Unternehmen geforderte, andererseits vom Humankapital vorhandene Grunddisposition.
Kompetenz-Management
Skill-Management
Methode, um die Kompetenzen erfolgreich, praxisorientiert und nutzenstiftend im Unternehmen oder der Organisation zu planen, einzusetzen und zu entwickeln. Begriffswirrwarr weiterlesen