Kompetenzmodelle

Kompetenzmodelle

Entscheidender Erfolgsfaktor für das Kompetenz-Management

Das Kompetenzmodell bildet das Fundament des Kompetenz-Managements. Das Kompetenzmodell enthält die jetzigen und zukünftigen Anforderungen und gibt dabei gleichermassen Ausgangspunkt und Richtung vor. Kompetenzmodelle sind meist ähnlich aufgebaut. Im Grundsatz wird zwischen drei Arten unterschieden. Dem anglo-amerikanischen, dem europäischen und dem unternehmensspezifischen Modell. Auch Mischformen sind in der Praxis üblich.

Anglo-amerikanischer Typus

Der anglo-amerikanische Typus zeichnet sich durch eine klare Führungskategorie (alternativ Leadership) mit entsprechenden Kompetenzen aus. Der Vorteil liegt auch genau in dieser separierten Gruppierung aller für die Führung notwendigen Kompetenzen. Angewendet wird dieser Ansatz auch meist in grösseren Unternehmen, die ein einheitliches Führungsverständnis über unterschiedlichste Bereiche, Firmen oder Standorte sicherstellen wollen. Der Nachteil dieses Modelltypen liegt meist in schwierigen Trennschärfen zu anderen Bereichen (z.B.: Was ist nun generelle Sozialkompetenz und was sind spezifische soziale Führungskompetenzen?).

Europäischer Typus

Beim Europäischen Typus ist die Führung Bestandteil von diversen Kategorien (z.B. Personale, Soziale und Methodenkompetenzen). Der Vorteil liegt in der eher gesamtheitlichen Betrachtung, dass Führung nicht komplett von den nicht-führungsrelevanten Kompetenzen getrennt werden kann. Zudem sind Kompetenzen oft sowohl für Führungskräfte aber auch Mitarbeitende sehr relevant (z.B. Glaubwürdigkeit, Entscheidungsfähigkeit).

Dieser Typus ermöglicht es auch, einfacher Misch-, Schnittstellen und Stellvertretungsfunktionen abzubilden. Der Nachteil liegt im

»Ich erwarte von einem Kritiker zunächst einmal Kompetenz.«
Georg Baselitz (*1938), Maler und Bildhauer

Gegenzug in der nicht klaren Ausweisung, was das Eruieren und Abgrenzen der wirklich führungsrelevanten Kompetenzen schwierig macht. Um dies zu lösen, werden in der Praxis oft Clustermodelle angewendet.

Individueller Typus

Noch wenig verbreitet, aber stark im Kommen ist der individuelle Typus. Das Kompetenzmodell richtet sich nach dem Leitbild, der Strategie oder den Rollenprofilen und ist auch dementsprechend individuell strukturiert. Der Hauptgrund hierfür ist die einfachere Identifikation und Verständlichkeit für alle Mitarbeitenden, die klare Unterstützung der Strategie, das Verwenden der «Unternehmenssprache » und die Transparenz für die einzelnen Anforderungen. Der Hauptnachteil liegt darin, geeignete Anker zu finden, die über einen längeren Zeitraum stabil sind und nicht nur marketingtechnischen Charakter besitzen. Unabhängig vom Typus ist jedoch, dass ein Kompetenzmodell sowohl eine gewisse Beständigkeit und klare Struktur aufweisen, andererseits flexibel, ausbaufähig und modular aufgebaut sein muss.

Die Beständigkeit ist notwendig, damit das strategische und taktische Kompetenz-Management seine Wirkung entfalten kann. Die Flexibilität, braucht es, damit das Modell an ändernde Gegebenheiten angepasst werden kann, ohne das gesamte Modell in Frage zu stellen. Beständigkeit - Flexibilität Gerade deswegen kommt der durchdachten Systematik und Konzeptionierung eine entscheidende Bedeutung zu. In der Praxis können diese beiden Anforderungen auf unterschiedliche Weise und auf unterschiedlichen Ebenen gelöst werden.

Weiterempfehlen:

Kommentar verfassen